03. Juni 2013
Wenn man über nachhaltige Hilfsmaßnahmen in Entwicklungsländern wie Sri Lanka nachdenkt, gehen die Hilfswege zwangsläufig über Bildung, die wiederum zur „Hilfe zur Selbsthilfe“ führt.
 

DorfschneiderinDeshalb hat der Förderverein „Sahana“, wie dessen in Heeßen wohnender Sprecher Rajah Wirasekara erläutert, die beiden auf lange Zeit angelegten Hilfsprojekte im Südosten in Miyagala weiter intensiv etreut.

Auf Sinhalesisch bedeutet Sahana so viel wie „Unterstützung“ oder „Befreiung“. Diesem Credo folgend, hat der Verein auch im vergangenen Jahr vieles in Angriff genommen und in die Wege geleitet, auch wenn das Vereinsjahr ansonsten relativ ruhig verlaufen ist. Anders als im Jahr davor hat die Initiative keine öffentlichen Veranstaltungen ausgerichtet und sich stattdessen auf die Arbeit vor Ort konzentriert. Für Wirasekara eine „durchaus positive Entwicklung“, die hauptsächlich auf einen Spendenaufruf zu Sahanas Gunsten anlässlich eines runden Geburtstages zurückzuführen sei.

 Ende Dezember 2012 besuchten zwei deutsche Förderer die Projektdörfer in Kosgoda und Miyagala, um die Entwicklung dort in Augenschein zu nehmen. Nach ihrer Rückkehr im Januar 2013 berichteten sie, dass Strommasten auf dem sieben Kilometer langen Fußweg zum abgelegenen Miyagala gesetzt worden sind. Ein von „Sahana“ gestellter Sammelantrag für Strom scheint Berücksichtigung gefunden zu haben – so bleibt zu hoffen, dass der Strom das Dorf bald erreichen wird. Dann können die Gemeindemitglieder ihre Öllampen zunächst zur Seite stellen. Auch bei Strom und Glühlampen muss man immer Öllampen und Kerzen bereithalten, denn sehr oft gibt es Stromausfälle – sogar mehrmals am Tag und manchmal stundenlang. Auch die Schulkinder, denen „Sahana“ den Schulbesuch mittels Stipendien ermöglicht, können dann die Hausaufgaben noch abends nach Einbruch der Dunkelheit bei besserer Beleuchtung erledigen. Zusammen mit den Gemeindemitgliedern freut sich der Verein sehr über diese Entwicklung, schließlich lautet das Motto für diese langfristig angelegten Projekte „Zukunft geben, Hoffnung schenken“.

Das Projekt der Schulstipendien – es läuft seit fünf Jahren – ist allmählich gewachsen. Seit Anfang 2013 betreuen 48 Sponsoren (darunter 19 aus Niedersachsen, davon elf aus dem Schaumburger Land) aus sechs unterschiedlichen Ländern insgesamt 67 Schulkinder, die zwischen fünf und 18 Jahre alt sind. Das kleinste Kind ist in der Vorschulklasse und das Älteste in der Sekundarstufe II. Die meisten sind jedoch im Pubertätsalter mit den entsprechenden Problemen für die Eltern bei der Erziehung.

Im vergangenen Jahr wurde den Kindern im Alter von mehr als zwölf Jahren ein Wochenendbildungsausflug nach Colombo mit einem gemieteten Bus ermöglicht. Zur Aufsicht der Kinder sind einige Lehrkräfte aus der von „Sahana“ wiederaufgebauten Ethikschule mitgefahren. Sie besichtigten die Hauptsehenswürdigkeiten der Hauptstadt des Landes, darunter das Planetarium, das Parlamentsgebäude, den Hafen und den Tierpark.

Zum Projekt der Ethikschule: Ethik gehört zur Bildung, denn die moralische Einstellung des Einzelnen beeinflusst das Zusammenleben in der Gemeinde und in der Gesellschaft. Sie fördert den toleranten Umgang mit sich selbst, mit Andersdenkenden, mit der Umwelt und die Gleichberechtigung von Frau und Mann.

Das Schulgebäude ist Ende 2012 rechtzeitig zum Besuch aus Deutschland fertiggestellt worden. Allerdings wird noch Mobiliar benötigt. Der Unterricht wird sowohl bei schönem Wetter im Freien als auch bei Regen in der Schulhalle abgehalten. Die integrierte Bücherei für alle Gemeindemitglieder ist auch fertig. Sie muss mit noch mehr Büchern sowie mit einigen Schränken und Regalen vervollständigt werden. Eine Stipendiatin wird zurzeit vom „Sahana“-Lokalkoordinator unterwiesen, die Bücher auf Karteikarten zu erfassen.

Auch ein Büroraum, den die Gemeindeschwester und der Vorsteher der Gemeinde gemeinsam nutzen, ist im Schulgebäude eingerichtet worden. Die Arbeit der Gemeindeschwester umfasst Prophylaxe und Aufklärung hinsichtlich Hygiene und Gesundheit. Übrigens: Der Gemeindevorsteher ist für die Registrierung von Geburten und Grundstücksangelegenheiten sowie fürs Beantragen von Führungszeugnissen und dergleichen mehr verantwortlich. Die Gemeindeschwester und der Dorfvorsteher haben zugesagt, monatlich einen Vormittag im bereitgestellten Arbeitszimmer Sprechstunden zu halten. Die Schwester wird weiterhin bei Bedarf Hausbesuche machen. Bislang mussten die Gemeindemitglieder den Dorfvorsteher in seinem etwa Kilometer entfernten Büro aufsuchen – zu Fuß. Die Gemeindeschwester hat bisher bei ihren monatlichen Hausbesuchen zu Fuß maximal fünf Familien besuchen können. Nun ist mit den allgemeinen und öffentlichen Sprechstunden eine effektivere Lösung für alle geschaffen worden.

Die von „Sanaha“ unterstützte Dorfschneiderin bekommt immer mehr Aufträge von den Dorfbewohnern, die sich nicht nur auf Schuluniformen beschränken, sondern auch andere Aufträge umfassen, zum Beispiel für Damenkleider.

Der Trinkwasserbrunnen: Das Graben eines zentralen Brunnens – von den Dorfbewohnern ehrenamtlich vorgenommen – musste zunächst unterbrochen werden. Beim Graben sind die Arbeiter auf einen großen Stein gestoßen, der direkt über der Wasserquelle liegt. Dieser Stein muss gesprengt werden, weshalb sich die Kosten vermutlich um mindestens das Doppelte erhöhen werden.

Für die Jahre 2013/2014 geplant ist eine Wiederholung des Bildungsausfluges, weil erden Horizont der Kinder erweitert. Außerdem wird „Sahana“ die Entwicklung der Gemeinde weiter unterstützen. Insbesondere sollen Anbau, Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmittel gefördert werden – das verbessert die Verdienstmöglichkeiten für die Dorfbewohner, insbesondere für die Frauen. Ziel des Projekts ist es, die Dorfbewohner in die vorbereitenden Arbeiten einzubinden, Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen und damit die Abwanderung in größere Städte zu vermeiden.

Die Dorfschneiderin soll interessierte Frauen und Mädchen anlernen. Die Jungen sollen bei Dorfmaurer und Dorfschreiner handwerkliche Fähigkeiten erwerben. Darüber hinaus plant „Sahana“ Sachspenden für das regionale Krankenhaus, in dem die Gemeindemitglieder ambulant und stationär behandelt werden. Spenden:

Sie möchten die Arbeit auf Sri Lanka unterstützen? Der Förderverein „Sahana“ unterhält das Konto mit der Nummer 296979800 bei der Deutschen Bank Minden (BLZ 49070028).

Zum Zeitungsartikel:  Bald gibt’s Strom in Miyagalle Schaumburger Nachrichten; 03.06.2013 

 

Zitate & Meldungen

Posted on May 11th, 2013

by Janaka Perera

Every dark cloud has a silver lining, they say. The tsunami of December 2004 brought untold suffering to many in Sri Lanka as elsewhere. But for the villagers of Kosgoda 100 km South of Colombo and of Miyagala about 100 km from the east coast it was a blessing in disguise.

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07. Juni 2010

Sie sagen „Danke“: Acht dieser Kinder werden von Schulpaten aus Schaumburg unterstützt. Freude bei Rajah Wirasekara: „Im Großen und Ganzen“, sagt der Heeßer und Chef des „Sahana“-Fördervereins für Flutopfer- und Wiederaufbauhilfe auf Sri Lanka, „ist das Jahr 2009 ähnlich positiv verlaufen wie das Vorjahr.

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07. Februar 2009

Der Wiederaufbau des im Frühjahr 2008 in Meeyagala (Sri Lanka) eingestürzten Schulgebäudes macht Dank der von Heeßen aus organisierten Hilfe große Fortschritte.

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05. Februar 2009

Ein Stipendiat mit seiner Familie. Dank der „Sahana“-Flutopferhilfe, die vor fünf Jahren in Heeßen ihren Anfang nahm, blicken die vier mit einem Lächeln in die Zukunft. Das kleine Foto ruft den Beginn der Aktion Mitte Januar 2005 in Erinnerung: In zahlreichen Briefen warb Rajah Wirasekara damals um Spenden.

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14. September 2006

Tempelprojekt: Das von den Flutwellen mitgerisseneäußere Gebäude, das Dach sowie die Innendecke sind fertig.

Berichte über die erneut aufgeflammten Unruhen auf Sri Lanka haben viele Bürger, welche die Flutopferhilfe von Rajah Wirasekara (Heeßen) mit Geldspenden unterstützen, verunsichert.

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